Der Gestank steigt, Die Toleranz sinkt
Von Aryanna Petersen
Wortzahl: 456
„Kelsterbach
soll strahlen nicht stinken.“ Das kleine Dorf ist mit diesen Worten fast
überall bedeckt. Die Stimmung ist genervt und gleicht
ein bisschen der Atmosphäre im Wartezimmer im Einwohnermeldeamt. Viele
Einwohner haben es satt mit dem üblen Geruch. Mit einer Petition, die mit über 600 Namen
unterschriebenen wurde, rufen sie ihren
Bürgermeister zur Handlung auf. Welche Bedeutung dieser Aufruhr hat, klärt sich spätestens zu
dem Zeitpunkt, dass man die Umgebung anschaut.
Kelsterbach
liegt direkt am Main, hat schöne Fahrradwege und beherbergt grüne Wiesen. Diese
schöne Landschaft befindet sich hingegen zwischen
den internationale Flughafen, Industrie Park Höchst und eine Kläranlage. Kelsterbacher Tobias Mahrzan, der die Petition
geschrieben hat, beschreibt: „Es ist einfach fürchterlich. Man möchte
zum Beispiel am Main spazieren gehen, kann aber kaum atmen, da es so
fürchterlich stinkt.“ Manchmal sei solcher Gestank vorübergehend,
gibt Mahrzan zu. Öfters bleibe der Gestank leider sehr lange. Es gebe Tagen, in
den Mahrzan nur selten draußen ginge.
Für
diesen Grund treffen sich die Gremien der
Gesundheit und des Umweltschutzes am kommenden Mittwoch. Die Mitglieder haben
Mahrzans Petition im August bekommen und sind gleich danach zusammengekommen. Nach ihrem Treffen wurden Ermittler von den Gremien angestellt und dann in der Stadt geschickt. Um
diese schwierige Lage besser zu begreifen, wurden auch Wissenschaftler aus der
Universität Frankfurt angestellt. Nicht weniger als vier
Wissenschaftler sollen die Ermittler demnächst bei der Ermittlung der ganzen
Stadt unterstützen.
Die
Gremien beschäftigen sich schon drei Monate mit diesem Problem und es ist immer
noch keine Lösung in Sicht. Ein Mitglied des Gremiums der Gesundheit, Helmut
Meier, investiert viel Zeit in diesem Problem. Meier und alle andere Mitglieder
der Gremien hätten sich eine schnellere
Lösung gewünscht. Bereits mehrmals hatten wütende
Einwohner aus Kelsterbach in der Öffentlichkeit versucht, manche Gremiumsmitglieder
als faul und ignorant zu bezeichnen. „Am Anfang hatten wir fast keine
vertrauliche Information“, stellte Meier die
Welle klar. Ohne solche Fakten sei es
unmöglich einen Plan zu skizzieren. Im
kommenden Treffen werden sie einen Plan anlegen,
sicherte Meier.
Mahrzan
erklärte, er finde es schön, dass die Gremien seiner Petition Aufmerksamkeit
geben, aber das werde nicht ausreichen. „Es muss
nicht nur diskutiert werden“ sagte er. „Es muss etwas getan werden.“
Mahrzan hoffe, dass die Petition sich in den Händen des Bürgermeisters bald
findet. „Er hat die Entscheidungsbefugnis. Kein Gremium kann ohne seine
Erlaubnis irgendwas in Kraft bringen.“
Nicht
jeder Einwohner ist der Meinung, dass irgendwas dringend getan werden muss.
Melina und Josef Tief wohnen seit 2001 hier. „Es gibt viel zu viel Aufregung,“
meint Melina. „Klar ist es unangenehm, aber was ist denn zu tun. Man kann nicht
erwarten, dass die Kläranlage geschlossen wird.“ Beide junge Eltern gaben zu,
dass sich über saubere Luft freuen würden. Aber je länger es dauert eine
Entscheidung zu treffen, desto stinkender wird Kelsterbach derweil werden.
Grammar Example references:
·
Kelsterbacher Tobias
Mahrzan, der das Petition geschrieben hat, beschreibt: „
o HGG 23.7.2
·
„Es muss nicht nur
diskutiert werden“ sagte er. „Es muss etwas getan werden.“
o HGG 16.2.2.c